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Girindus "Trading Sell" 26.06.2000
Hornblower Fischer
Girindus (GIR NM, WKN 588040) sei bis 1998 ein unabhängiges Beratungsunternehmen der Pharmaindustrie gewesen, berichten die Experten von Hornblower Fischer.
Hauptsächlich mit den aus dem Börsengang erzielten Mittel wolle Girindus nun in den Markt der Produktion von Arzneiwirkstoffen eintreten. Das Unternehmen werde selber keine Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wahrnehmen.
Girindus wolle als Lohnunternehmen für etablierte Pharmakonzerne sowie für junge Biotechnologieforschungsunternehmen arbeiten, die sich keine eigene Produktion leisten wollten oder könnten. Zu diesem Zweck würden in den nächsten vier Jahren rund 137 Mio. DM investiert werden. Damit wolle das Bensberger Biotech-Unternehmen von der erhofften steigenden Tendenz zum Outsourcing profitieren. Die Vorteile, die das Unternehmen gegenüber anderen potenziellen Mitbewerbern haben werde, beschreibe Girindus als „Wettbewerbsvorteile, die auf ihrer (des Unternehmens) günstigen Marktstellung beruhen.“ Dabei vertraue das Unternehmen auf etablierte Kundenkontakte zur Pharmaindustrie, die aus dem bisherigen Beratungsgeschäft resultierten.
Eine eigene patentierte neue Technologie besitze Girindus nicht. Der Markt für das Outsourcing der Produktion von Medikamenten könnte schnell wachsen. Das Management Know-How von Produktionsaufgaben in der Medikamentenherstellung müsse nicht mehr von jungen Start-up Biotechnologieunternehmen erbracht werden. Auf der anderen Seite hätten die jungen Forschungsunternehmen bereits in der Testphase auf einem quantitativ niedrigen Niveau Produktions-Know-How erworben und dürften dies nicht ohne einen Preis weitergeben. Zudem bestehe Konkurrenz von etablierten Pharmaunternehmen, die neben den Produktionsanlagen auch – und das ist in der Pharmabranche wesentlich wichtiger – etablierte Vertriebskanäle besitzen würden, die dem jungen Unternehmen durch eine Kooperation mit einem Pharmariesen offen stehen würden. Diese Vertriebskanäle biete Girindus nicht. Zudem seien derzeit keine Produktionskapazitäten auf dem wichtigsten Biotech-Markt der USA geplant, was eine erhebliche Schwäche auf dem global organisierten Pharmamarkt darstelle.
Das Unternehmen könne nach Einschätzung der Experten eine enge Marktnische mit begrenzten Margenaussichten besetzten. Die hohen Investitionskosten, sowohl in die Anlagen als auch in das fachliche Know-How, machten die Investition allerdings sehr riskant. Zudem dürften die hohen Anlaufkosten mindestens bis 2001 ein positives Ergebnis verhindern, wobei die Schätzungen stark von den tatsächlich getätigten Investitionsaufkommen abhängen.
Vor diesem Hintergrund überrasche die enorme Bewertung von 292 Mio. Euro, die dem Unternehmen derzeit am Neuen Markt zugebilligt werde. Offenbar werde das Unternehmen derzeit wie ein reines Biotech-Unternehmen eingeschätzt. Dies sei Girindus definitiv nicht.
Sollte der gegenwärtige Boom der Biotech-Werte wieder abebben oder die riskante Strategie des Unternehmens am Markt neu eingeschätzt werden, dürfte es daher zu erheblichen Kursverlusten kommen. Für die Experten von Hornblower Fischer sei Girindus daher ein Trading Sell.
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